RESORBA Nahtmaterial

Wundverschluss

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In der Natur müssen verletzte oder zerstörte Gewebeschichten rasch geschlossen werden, um die Integrität und Funktion des Organismus aufrecht zu erhalten. Die Reparatur zerstörter oder verlorengegangener Strukturen aus eigener Kraft wird beim Menschen durch die Phasen der Wundheilung bestimmt. Die Entwicklung chirurgischen Nahtmaterials als reparierender wie auch unterstützender Wundverschluss ist dabei eng verbunden mit der Entwicklung der chirurgischen Möglichkeiten und sollte daher keineswegs unterschätzt oder ignoriert werden. Nahtmaterial war anfangs ein notwendiges, aber oft auch unzureichendes Hilfsmittel zur Blutstillung und Wundadaptation. Der Fortschritt hin zu sterilen, innovativen zuverlässigen und biokompatiblen Materialien machte die Entstehung ganz neuer chirurgischer Methoden und Disziplinen möglich.

Anwendungsorientierte Problemstellungen als Grundlage innovativer Produktentwicklungen

Bei allen technischen Neuerungen ist der Anwender mit seinen spezifischen Bedürfnissen maßgeblich an der Entwicklung neuer Produkte beteiligt. Im Focus stehen bei RESORBA dabei gleichermaßen die mechanischen Eigenschaften der Materialien zur temporären oder dauerhaften Gewebeadaptation wie die Anforderungen an Gewebeverträglichkeit und Handhabung.

 

Resorbierbares Nahtmaterial

Für Gewebeadaptationen, deren mechanische Unterstützung zeitlich begrenzt sein soll, stehen, je nach erforderlichem Zeitraum, verschiedene resorbierbare Materialien zur Verfügung. Diese werden auf Grund ihrer chemischen Eigenschaften und Veredelungen vom Körper optimal toleriert und anschließend problemlos abgebaut und eliminiert. Während des Abbauprozesses liegt das Material ohne Einkapselungen und Gewebereaktionen im Gewebe.

Ziel ist die Auswahl eines Materials, welches Reißkraft und Zugfähigkeit in dem Maße verliert, wie die verschiedenen Gewebestrukturen ihre Funktionen durch Wundheilung wieder selbst übernehmen können. Entscheidend dafür ist die

Reißfestigkeit „50%“ = Zeitmaß, in der das Fadenmaterial 50% seiner Reißkraft verliert.

(Richtwert aus klinisch bestätigten in-vitro-Versuchen zur indikationsgerechten Materialauswahl).

Die eigentliche Auflösungszeit des Fadenmaterials ist abhängig von:

  • der Art des Materials
  • der Durchblutung des Gewebes
  • der Struktur des Gewebes
  • dem Ausmaß der Flüssigkeitsanlagerungen an das Fadenmaterial

 

GLYCOLON: Der Geschmeidige Schnelle

GLYCOLON ist ein Polymer aus Polyglykolsäure-Caprolacton. Der Abbau zu CO2 und H2O im Stoffwechsel erfolgt durch Wasseraufnahme im Gewebe, die Resorptionszeit (halbe Fadenreißkraft) beträgt ca. 7-9 Tage.

GLYCOLON ist ein monofiles Fadenmaterial, dessen Abbaugeschwindigkeit gegenüber PGA durch das speziell gewählte Verhältnis von Polyglykolsäure zu Caprolacton deutlich verkürzt ist.

Die Aufnahme von Wasser aus dem Körper führt zu einem gewebefreundlichen Abbau des Fadenmaterials durch die Hydrolyse des Polymers.

Der Faden weist eine sehr glatte Oberfläche auf, die langstreckige Nahttechniken bei minimaler Gewebetraumatisierung und optimalem Fadendurchzug ermöglicht. Der ungewohnt sichere und zuverlässige Knotensitz sowie die hohe Reißfestigkeit überrascht vielfach und überzeugt die Anwender unmittelbar.

Der monofile Fadenaufbau reduziert die Kapillarwirkung auf ein Minimum.

Der geringstmögliche Materialeinsatz auf Grund der beschriebenen hervorragenden Reißfestigkeit und der geschmeidig widerstandsarme Fadendurchzug, durch die Oberflächeneigenschaften des Fadens, schonen Gewebestrukturen weitestgehend.

Fadenaufbau monofil
Reißfestigkeit „50%“ ca. 7-9 Tage
Resorptionskennlinie vgl. Abbildung
Farbe ungefärbt oder violett
Lieferprogramm Nadel-Faden-Kombinationen
Einzelfaden-Packungen
Fadenstärke: USP 6/0 bis 1 USP

 

PGA RESORBA®: Der Allrounder mit mittelfristiger Resorptionszeit

PGA RESORBA ist ein geflochtener Faden aus dem Polymer der Glykolsäure. Einzelfilamente von PGA RESORBA werden mit Durchmessern von 0,015 mm extruiert, in Bündeln gereckt und antikapillar geflochten. Es entsteht dabei ein angenehm weicher und flexibler geflochtener Faden. Die spezielle Resolacton-Beschichtung legt sich fein um die Faserbündel.

Die lineare hochmolekulare Polyglykolsäure wird unter Einwirkung eines Katalysators synthetisiert. Der Abbau zu CO2 erfolgt im Gewebe durch Wasseraufnahme im Stoffwechsel.

Fadenaufbau polyfil, geflochten, beschichtet
Reißfestigkeit „50%“ ca. 14-21 Tage
Resorptionskennlinie vgl. Abbildung
Farbe violett und ungefärbt
Lieferprogramm Nadel-Faden-Kombinationen
Einzelfaden-Packungen
vorgefertigte Schlingen
Fadenstärke: USP 7/0 bis USP 5

 

PGA RESOQUICK: Der Schnelle zur kurzfristigen Unterstützung

PGA RESOQUICK ist ein geflochtener Faden aus dem Polymer der Glykolsäure.

Einzelfilamente von PGA RESOQUICK werden mit Durchmessern von 0,015 mm extruiert, in Bündeln gereckt und antikapillar geflochten. Es entsteht dabei ein angenehm weicher und flexibler geflochtener Faden. Die spezielle Resolacton-Beschichtung legt sich fein um die Faserbündel.

Die lineare hochmolekulare Polyglykolsäure wird unter Einwirkung eines Katalysators synthetisiert. Die, im Vergleich zu PGA Resorba, beschleunigte Resorption wird durch ein modifiziertes Herstellungsverfahren erreicht. Der schnellere Abbau zu CO2 erfolgt bei PGA RESOQUICK im Gewebe durch Wasseraufnahme im Stoffwechsel.

Die Fadenbeschichtung bewirkt sehr gute Handhabungseigenschaften und minimale Gewebetraumata durch gezielte Herabsetzung der Oberflächenreibung.

Fadenaufbau polyfil, geflochten, beschichtet
Reißfestigkeit „50%“ ca. 7 Tage
Resorptionskennlinie vgl. Abbildung
Farbe ungefärbt
Lieferprogramm Nadel-Faden-Kombinationen
Einzelfaden-Packungen
Fadenstärke: USP 6/0 bis USP 5

 

Nicht resorbierbares Nahtmaterial

 

NYLON, RESOLON® und SUPRAMID® EXTRA

Bei NYLON, RESOLON und SUPRAMID EXTRA handelt es sich um nicht-resorbierbare Materialien, die vor allem auf Grund ihrer hervorragenden Handhabungseigenschaften breite Verwendung finden.

NYLON

NYLON ist ein synthetischer, durch Polykondensation von Hexamethylendiamin und Adipinsäure zu Polyamid-6 und extrudierter (in formbarem Zustand durch Düsen gepresster) nicht-resorbierbarer monofiler Faden. Auf Grund sehr hoher Reißfestigkeit, selbst bei geringsten Fadendurchmessern, ist Nylon speziell für feinste Nähte in der Mikrochirurgie bestens geeignet. Polyamide können bis zu 10% Wasser binden.

Fadenaufbau monofil
Farbe schwarz
Lieferprogramm Nadel-Faden-Kombinationen
Einzelfaden-Packungen
Fadenstärke: USP 11/0 bis USP 0

RESOLON

RESOLON ist, ebenso wie NYLON, ein monofiler Polyamid-6-Faden. Dieses Fadenmaterial wurde speziell für RESORBA entwickelt. Im Herstellungsprozeß wird RESOLON einer speziellen Behandlung unterzogen. Dadurch ist RESOLON auch im trockenen, sterilen Zustand überdurchschnittlich weich und geschmeidig. Daraus resultieren gute Handhabungs- und Knüpfeigenschaften bei gleichzeitiger optimaler Knotenreißkraft. Durch die hydrophile Neigung ist die Indikation für RESOLON zwar begrenzt; für Hautnähte allerdings ist RESOLON besonders gut geeignet.

Fadenaufbau monofil
Farbe blau
Lieferprogramm Nadel-Faden-Kombinationen
Einzelfaden-Packungen
Fadenstärke: USP 7/0 bis USP 0

SUPRAMID EXTRA

SUPRAMID EXTRA ist ein Polyamid-6-Faden, der durch Polykondensation von ε-Aminocapronsäure hergestellt wird. Dieser Faden zeichnet sich durch die Flexibilität seiner Fadenseele bei gleichzeitig glatter Oberfläche aus. Er vereint damit die positiven physikalischen Eigenschaften monofiler und polyfiler Fäden: glatte Oberfläche bei guter Geschmeidigkeit. Das Fadenmaterial von SUPRAMID EXTRA wird im Trockenspinnverfahren hergestellt. Dabei entsteht in den Stärken 7/0 -5/0 USP ein monofiler Faden. In den Stärken 4/0 – 1 USP wird eine geflochtene Fadenseele mittels Druckextrusion mit einem Mantel überzogen, es entsteht ein pseudomonofiles Fadenmaterial. Der Fadenaufbau vermeidet den Effekt der Kapillarität; die max. Wasseradsorption liegt bei 10%.

Fadenaufbau monofil, pseudo-monofil
Farbe schwarz oder weiß
Lieferprogramm Nadel-Faden-Kombinationen
Einzelfaden-Packungen
Fadenstärke: USP 7/0 bis USP 1

 

POLYESTER und SUPOLENE®, Polyfile Langzeitimplantate

Bei POLYESTER und SUPOLENE handelt es sich um geflochtene nicht-resorbierbare Materialien, die auf Grund ihrer geschmeidigen Struktur breite Verwendung finden.

POLYESTER

POLYESTER ist ein synthetischer, durch Polykondensation von Ethylenglykol und Terephthalsäure hergestellter nicht-resorbierbarer Faden. Das polyfile Fadenmaterial POLYESTER wird im Trockenspinnverfahren hergestellt, gereckt, präzisionsgeflochten und getempert. Die Oberflächenstruktur lässt einen besonders guten Knotensitz zu.

Fadenaufbau polyfil, geflochten
Farbe grün oder weiß
Lieferprogramm Nadel-Faden-Kombinationen
Einzelfaden-Packungen
Fadenstärke: USP 6/0 bis USP 7

SUPOLENE

SUPOLENE ist ein, ebenso wie POLYESTER, durch Polykondensation von Ehylenglykol und Terephthalsäure hergestellter synthetischer und nicht-resorbierbarer Faden. Das polyfile Fadenmaterial SUPOLENE wird im Trockenspinnverfaren hergestellt, gereckt, präzisionsgeflochten und getempert.
Bei der Herstellung erhält SUPOLENE eine spezielle, veredelnde Oberflächenbeschichtung, die die Sägewirkung beim Gewebedurchzug und Knotenlauf minimiert und die Kapillarität stark herabsetzt. Das Material ist hydrophob, alterungsbeständig und daher in der Herz- und Gefäßchirurgie besonders zum Fixieren von Implantaten und Prothesen geeignet.

Fadenaufbau polyfil, geflochten
Farbe grün oder weiß
Lieferprogramm Nadel-Faden-Kombinationen
Einzelfaden-Packungen
Fadenstärke: USP 6/0 bis USP 6

 

Chirurgische Nadeln

RESORBA verwendet bei der Produktion der Nadel-Faden-Kombinationen öhrlose Nadeln, die aus qualitativ hochwertigem, nicht-rostendem Stahl hergestellt werden. Bei atraumatischen Nadel-Faden-Kombinationen ist der Faden am Nadelende in einer Bohrung verpreßt. Dadurch kommt es zu einem gewebeschonenden und fast stufenlosen Übergang zwischen Nadel und Faden.

Spezielle Oberflächenbehandlungen und präziser Schliff der Nadelspitzen bzw. des Nadelkörpers gewährleisten minimalen Penetrationswiderstand und optimales Gleiten durch das Gewebe.

In Abhängigkeit von der Wund- und Gewebesituation sowie der Indikation und chirurgischen Technik bietet RESORBA für alle Bedürfnisse des Anwenders optimal aufeinander abgestimmte atraumatische Nahtmaterialien. Dabei werden an die Eigenschaften der Nadel (Querschnitt, Spitze, Bogenlänge) höchste Ansprüche gestellt in Bezug auf:

  • Penetrationsverhalten
  • Biegefestigkeit
  • Bruchfestigkeit
  • sicherer Sitz im Nadelhalter
Die für die jeweilige Indikation optimale Nadel wird über Schliff, Krümmung und Bogenlänge bestimmt:

 

1. Rundkörpernadel

5/8-, 1/2-, 3/8-kreisförmig
oder gerade = FR, HR, DR, GR

» Für weiches Gewebe (subcutan), wie Muskel, Faszie, Schleimhaut
» Zum besseren Sitz des Nadelhalters ist der Nadelkörper im mittleren Bereich abgeflacht
» Leichter Einstich

 

2. Schneidende Rundkörpernadel

1/2-, 3/8-kreisförmig
oder gerade = HRT, DRT, GRT

» Für festes Gewebe, sklerotische Gefäße und Prothesen
» Nadelspitze dreikantig bzw. vierkantig geschliffen, daher enger Stichkanal, durchdringt Gewebe anfangs wie eine schneidende Nadel, geht dann in Rundkörperform über und verhindert dadurch ungewünscht starke Traumatisierung.

 

3. Außen schneidende Nadel

1/2-, 3/8-kreisförmig,
1/2-gebogen oder
gerade = HS, DS, KS, GS

» Für festes Gewebe, z.B. Haut
» Dreieckiger Nadelquerschnitt
» z.T. als handgeschliffene Premiumnadel

 

4. Spatula Nadel

1/2-, 3/8- oder 1/4-kreisförmig
oder gerade = HSPM, DMPM, VSPM

» Für Augen- und Microchirurgie
» Abgeflachter Nadelkörper
» Handgeschliffen
» Seitlich schneidend

 

5. Stumpfe Rundkörpernadel

1/2-, 3/8-kreisförmig oder
1/2-gebogen = HRN, DRN, KRN

» Für Parenchymgewebe, Cervix und Muskelzüge am Auge
» Stumpfe Nadelspitze
» Kein Durchstechen von Gefäßen oder Sehnen

 

Nadelkrümmung Die chirurgische Nadel